Löten

Werkzeug und Arbeitsplatz

Bevor es ans eigentliche Löten geht, muss man sich zunächst das notwendige Werkzeug bereitlegen (oder anschaffen) und den Arbeitsplatz entsprechend einrichten:

Benötigt wird ein Lötkolben mit einer Leistung von 20 W bis 60 W, der eine feine Spitze hat und gut in der Hand liegt.
Dabei sollte der Abstand von der Spitze bis zum Griff möglichst kurz und die Anschlußschnur möglichst flexibel sein. So lässt sich der Lötkolben leicht und präzise führen.

Am Arbeitsplatz sollte eine stabile und sichere Ablage für den Lötkolben vorhanden sein. Der Lötkolben darf keine Teile der Ablage mit der heißen Lötspitze berühren, wenn er abgelegt wird. Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass bei der Arbeit keine anderen Bauteile oder Kabel gegen die heiße Lötspitze kommen können.

Die Spitze des Lötkolbens sollte zwar fein sein, damit auch kleine Lötstellen gearbeitet werden können, aber dennoch nicht spitz zulaufen, wie ein angespitzter Bleistift. Viel besser ist eine leicht abgeflachte Spitze mit einer ca. 2 mm breiten Auflagefläche. Durch geschicktes Auflegen der Spitze kann ein deutlich besserer Wärmeübergang in die Lötstelle erreicht werden, was einerseits zu qualitativ besseren Lötstellen sorgt, andererseits aber auch weniger (Hitze-)Stress für die Platine und andere Bauteile bedeutet, da die Lötstelle die notwendige Temperatur schneller erreicht.


Die Technik des Lötens

Vorbereitend wird die Lötstelle gereinigt und mit einem "no-clean" Flussmittel benetzt. Danach folgen die 4 Phasen des Lötens (wie auch grafisch dargestellt):

Wird nicht mit "no-clean" Flussmittel gearbeitet, entstehen durch Flussmittelrückstände Übergangswiderstände (und damit Kriechströme) zu benachbarten Lötstellen oder Leiterbahnen, durch die die empfindliche Elektronik unerklärliche Fehlfunktionen zeigen kann.
Wird also mit nicht rückstandfreien Flussmitteln (ganz besonders Lötfett) gearbeitet, muss die Lötstelle unbedingt von den Rückständen gründlich gereinigt werden.

Beurteilung von Lötstellen

Die Grafik zeigt schematisch die möglichen Ausbildungen des Zinnkegels einer Lötstelle:


Kalte Lötstelle

Kalte Lötstellen entstehen dadurch, dass während des Lötvorganges eines der zu verlötenden Teile nicht ausreichend erwärmt wurde (deshalb "kalt") oder Bewegung in die Lötstelle gekommen ist während das Lötzinn erstarrte.
Solche Lötstellen sind "gefürchtet" bei elektronischen Schaltungen, da sie zunächst ordentlich Kontakt haben, aber unter bestimmten Bedingungen oder einfach nach einer gewissen Zeit den Kontakt verlieren und zu Störungen führen.
Unter besimmten Bedingungen meint z. B. Temperatur, die sich nur um wenige Grad ändern muss oder Luftfeuchte oder auch nur die Lage des Gerätes, was schon zur Störung führt. Gemeinerweise verwchwindet die Störung wieder, wenn eine der auslösenden Bedingungen entfällt. So ergibt sich dann ein sporadisch auftretender, meistens nicht reproduzierbarer, Fehler oder ein seltsames Verhalten mit "geisterhaften" Störungen.
Eine kalte Lötstelle als Fehlerursache zu lokalisieren ist ausgesprochen schwierig, zumal sie visuell, selbst bei Vergrößerung, kaum zu erkennen sind.


Anleitungen zum Löten

Tipps zum Löten gibt es im Beitrag " Von der Kunst des Lötens und Vermeiden von Fehlern" von Thomas Lehnert.

Hierzeigt Marco das Löten am Beispiel eines RFID-Readers.

In den folgenden Videos werden weitere Anleitungen und Tipps zum Löten sehr anschaulich gezeigt.



Flussmittel

eHaJo stellt in diesem Beitrag unterschiedliche Flussmittel vor und erläutert ausführlich die Notwendikkeit von Flussmittel sowie die Vor- und Nachteile. der vorgestellten Mittel.


Fehler beim Loeten

Mit viel KnowHow und Erfahrung hat eHaJo hier Tipps zu Lötkolben, Material und Einstellungen zusammengefasst und weist dabei deutlich auf Fehler hin, die nicht nur "Neulingen" beim Löten unterlaufen können.


Entlöten

Manches Mal ist das, was zusammengelötet wurde, löttechnisch perfekt, aber dennoch nicht ganz richtig.
In diesen Fällen ist es gut zu wissen, wie sich Lötstellen ohne "Kollateralschäden" wieder trennen lassen.

Hier noch eine weitere Methode zum schonenden Entlöten von Bauteilen, die ganz ohne Spezialwerkzeug auskommt.

Das Video ist zwar in englisch, aber visuell so gut gemacht, dass eigentlich keine Erklärungen notwendig sind.


SMD-Bauteile löten

Einige Bauteile gibt es schon gar nicht mehr in der altbekannten Form mit Anschlussdrähten, sondern nur noch in der miniaturisierten Form für SMD-Technik.
Wer individuelle Schaltungen / Lösungen für den TonUINO bauen möchte, kommt wahrscheinlich nicht umhin, diese Teile auch löten zu müssen.
Mit den Tipps von eHaJo ist es plötzlich nicht mehr so erschreckend, wie es zunächst den Anschein hat.
Mit etwas Übung (und auch Mut) steht die Chance recht gut, am Ende eine funktionierende Schaltung zu haben.