Von der Schaltung zur Lochrasterplatine
Für den einfachen und kompakten Aufbau von elektronischen Schaltungen sind sog. Lochrasrerplatinen sehr gut geeignet.
Die dazu notwendigen Schritte sollen in den folgenden Abschnitten beschrieben werden.
Die Schaltung (TonUINO Basis)
Als Schaltung für diese Anleitung wird die Basis-Schaltung des TonUINO verwendet, wie sie im Downlod des gesamten
Programmpaketes enthalten ist.
Diese Schaltung zeigt nur die Bauelemente und Verbindungen, die absolut notwendig für einen funktionierenden TonUINO sind
- Mikrocontroller (Arduino Nano)
- MP3-Player (DF-Player Mini)
- Kartenleser für RFID-Tags (MFRC-522)
- Lautsprecher
- Bedientasten
Die Stromversorgung ist (noch) nicht Bestandteil dieser Schaltung und wird zunächst von einer Power Bank oder einem USB-Anschluss übernommen.
!! - Achtung - !!
Diese Grundschaltung ist nur für den Betrieb mit Schnittstelle als SW-Serial zum DF-Player geeignet.
Aufteilung und Anordnung der Bautelemente
Damit eine möglichst große Flexibilität für Gehäusekonstruktion und Montage gegeben ist, werden
Lautsprecher, Tasten und Kartenleser nicht mit auf die Lochrasterplatine montiert sondern über Kabelverbindungen angeschlossen.
So verbleiben für die Lochrasterplatine nur noch der Mikrocontroller und der MP3-Player.
Für die Kabelverbindungen zu den anderen Bauelementen sollen zusätzlich gut erreichbare Anschlusspunkte als Steckleiste vorgesehen werden.
Auf die Lochrasterplatine müssen somit folgende Bauteile montiert und verschaltet werden
- Mikrocontroller
- MP3-Player
- ein Widerstand
- Steckleiste für den Kartenleser
- Steckleiste für die Bedientasten
- Steckleiste für den Lautsprecher
- Steckleiste für die Stromversorgung
Bei der Anordnung dieser Bauteile sind folgende Punkte zu beachten:
- nach Endmontage der Platine im Gehäuse
- soll die SD-Karte des MP§-Players zugänglich und austauschbar bleiben
- soll der USB-Anschluss des Mikrocontrollers zur Diagnose und für Aktualisierungen der Firmware zugänglich bleiben
- sollen die externen Bauelemente möglichst gradlinig ohne Kabelkreuzungen angeschlossen werden
Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen kommt man zu der gleichen Anordnung der Bauelemente, wie sie auch auf der Classic Platine gewählt wurde.
Planung / Verlegung der Leiterbahnen
Nachdem nun die Bauelemente und deren Position (grob) festgelegt sind, müssen diese nun auf das Rastermaß ausgerichtet und die
Leiterbahnen verlegt werden.
Als Lochrasterplatine wird nur einseitig beschichtetes Material mit eine Punktraster verwendet. Beidseitig beschichtetes Material
hat sich als problematisch erwiesen, da die Lötpunkte beider Seiten miteinander verbunden sind (sein können) und so zu unerwünschten Verbindungen
führen, wenn Leiterbahnen beidseitig verlegt werden.
Leiterbahnen auf Lochrasterplatinen werden beidseitig verlegt, um Kreuzungen von Leiterbahnen ohne elektrische Verbindung zu ermöglichen.
Einen Plan der Leiterbahnverlegung kann man schon ganz gut auf einfachem Karopapier zeichnen, wobei dann jedes Kästchen einer Bohrung mit Lötpunkt entspricht.
Bei diesem Verfahren sind Korrekturen am Layout bei Irrtümern jedoch recht aufwändig.
Als besser praktikabel hat sich erwiesen, diese Arbeit am PC mit einer entsprechend konfigurierten Excel-Tabelle vorzunehmen.
- Spaltenbreite der gesamten Tabelle auf "3" einstellen
- Schriftgröße der Tabelle auf "18" und "Fett" einstellen
- Ausrichtung der Zellen horizontal und vertikal auf "zentriert" einstellen
- Zellen mit dem Großbuchstaben "O" füllen
Mit diesen Einstellungen sollte die Excel-Tabelle nun etwa wie nebenstehendes Bild aussehen.
Die Tabellenfelder sind nahezu quadratisch mit dem "O" in der Mitte, das einen Lötpunkt der Lochrasterplatine repräsentiert.
Hier sind nun die Bauelemente "maßstabsgetreu" in Anlehnung an die TonUINO Classic Platine auf dem Raster platziert.
Zur Verlegung der Leiterbahnen werden beide Seiten der Platine verwendet
- die Lötpunkte befinden sich auf der Unterseite der Platine, also dort, wo keine Bauteile sind
- vertikale Verbindungen laufen möglichst auf der Unterseite (grün)
- horizontale Verbindungen laufen möglichst auf der Oberseite (orange)
Lochrasterplatine (TonUINO Classic Klon)
Das Layout für die Lochrasterplatine wurde mit leichter Abweichung von der Regel "vertikal = grün und horizontal = orange" gemacht, da bei
Verwendung von Sockelleisten für Mikrocontroller und DF-Player sowie Pfostenverbinder oder Buchsenleisten für die Anschlussfelder alle
Verbindung zu diesen Bauteilen nur auf der Lötseite gemacht werden können und dennoch bei Verwendung von blankem oder versilbertem
Kupferdraht für die Leiterbahnen keine riskanten Kreuzungen entstehen, die zusätzlich isoliert werden müssten.
Der Einsatz von Pfostenverbindern oder Buchsenleisten für die Anschlussfelder ist nur notwendig, wenn diese Verbindungen steckbar sein sollen.
Die hier gezeigte Platine hat eine Größe von ca. 85 mm x 45 mm gegenüber 60 mm x 40 mm der original Classic Platine.
Dies ist dem großzügigen Leiterbahnabstand geschuldet, der für die einfache Baubarkeit und den sicheren Betrieb gewählt wurde.
Montage der Lochrasterplatine
Nachdem die Pläne für Package und Layout fertiggestellt sind, kann nun mit der Montage der Lochrasterplatine begonnen werden.
Lochraqsterplatine auf die ermittelte Größe zuschneiden.
Da die Platine aus einem Rohling im sog. Europaformat (100 mm x 160 mm) geschnitten wurde,
hat die gezeigte Platine eine Abmessung von 100 mm x 45 mm.
Position der Bauelemte, besonders der Buchsen- und Stiftleisten markieren.
Bestückung mit den Buchsen- und Stiftleisten
Damit die Buchsenleisten für den DF-Player und den Mikrokontroller parallel und winklig ausgerichtet sind, empfiehlt es sich,
die Buchsenleisten schon auf die Bauelemnte aufzustecken und dann gemeinsam an der Position einzusetzen und zu verlöten.
Die Verbindungen hergestellt und verlötet
Die Leiterbahnen wurden mit blankem, versilberten Kupferdraht hergestellt.
Ansicht von der Oberseite
Hier die Unterseite der Platine
Bei Bedarf kann die Platine problemlos auf ein Maß von 45 mm x 85 mm gekürzt werden.
Funktionstest bestanden
Fertigstellung TonUINO
Um einen funktionsfähigen TonUINO zu erhalten, müssen noch einige weitere Schritte erfolgen
- Aufspielen der Firmware auf den Mikrokontroller
Eine detaillierte Beschreibung dazu ist im Kapitel
Inbetriebnahme & Programmierung des Arduino nachzulesen.
- Anschluss des Kartenlesers MFRC-522
Wenn der Kartenleser mit einer Stiftleiste ausgerüstet wird, kann er direkt auf die 8-polige Buchsenleiste gesteckt werden.
Ohne Stiftleiste muss dann eine gerade 1:1-Verdrahtung mit der Buchsenleiste erfolgen
- Anschluss der Bedientasten (Buttons)
Je nach gewünschtem Ausbau (3 / 5 Tasten) werden die Tasten mit den Anschlüsse "A0" bis "A4" so verbunden, dass sie Bei
Betätigung eine Verbindung zu "GND" herstellen.
Die Verbindung der Buttons ist fast identisch mit Beschaltung der originalen Classic Platine.
- Anschluss der Button-LEDs
Die Anschlüsse "A5","D5" und "D6" zur Ansteuerung der animierten Button-LEDs
sind auf die Stiftleiste herausgeführt. Mit einem Vorwiderstand von 270 Ω
können dort LEDs gegen GND direkt angeschlossen werden.
Nicht vergessen die Funktion #define USE_LED_BUTTONS in der constants.hpp zu aktivieren
- Anschluss der Stromversorgung
Schaltung und Platine sind für eine stabilisierte Stromversorgung mit + 5 V Gleichspannung ausgelegt. Diese Spannung kann über
die Stiftleisten "+ 5 V" und "GND" eingespeist werden
Erforderliche Schalter (mechanisch oder elektronisch) sind nicht auf der Platine vorgesehen sondern Bestandteil der Stromversorgung.
Unterschiedliche Möglichkeiten werden in einem separaten Abschnitt "Stromversorgung" vorgestellt.